© Staatsbad Bad Oeynhausen / E.-U. Hartmann

► Der Kurpark von Bad Oeynhausen wird durch ein einzigartiges Ensemble historistischer Bäderarchitektur geprägt. Sieben Gebäude repräsentieren jeweils einen historischen Baustil der europäischen Geschichte und entführen den Betrachter in ferne Länder und längst vergangene Epochen. Eindrucksvoll spiegelt die Architektur des Parks die Zeitgeschichte zwischen 1850 und 1930, die Grundsätze der Balneologie (Bäderheilkunde) der vergangenen zwei Jahrhunderte und das uralte Erbe der europäischen Kurorte wider.

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Hektar große Park

1847

geplant von Peter Joseph Lenné

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Gebäude des Historismus

► In keiner anderen Parkanlage der Republik sind alle nennenswerten Stilformen des Historismus so beispielhaft nebeneinandergestellt wie in Bad Oeynhausen. So entstand mit dem Kurpark ein kleines Abbild europäischer Baugeschichte auf der grünen Wiese, welches den Gast von römischen Villen zu griechischen Tempeln und französischen Schlössern führt.

© Staatsbad Bad Oeynhausen / S. Bartel

  • Prototyp deutscher Badehausarchitektur mit Einflüssen römischer Villen- und Thermenarchitektur, sowie pompejanischer Innendekoration. 

  • Architekt: Carl Ferdinand Busse

  • erbaut: 1853–1857

  • Spätklassizistischer Baustil 

  • Funktion: Wannenbadehaus für die therapeutische Abgabe der Thermalsole mit insgesamt 72 Badezellen

  • Architekt: Sigismund Gorgolewski 

  • erbaut: 1883–1885

  • Im Stil der französisch-italienischen Renaissance (Brique-et-Pierre-Stil) gebaut. Vorbilder waren die Palais-Gebäude auf dem Place du Vosges in Paris.

  • Funktion: Als „Neues Solbadehaus“ verfügte es über 39 Badezellen und war ausschließlich Gästen mit der Kurkarte 1. Klasse reserviert.

© Teutoburger Wald Tourismus / D. Ketz
© Staatsbad Bad Oeynhausen / S. Bartel

  • Architekt: Paul Dietrich Brandi

  • erbaut: 1953–1956

  • Vorgängerbau: neugotische Kirche (1872–1879) nach einem Entwurf von Friedrich August Stüler, 1947 bei einem Brand zerstört

  • Buntglasfenster von Hans Gottfried von Stockhausen, Bildhauerwerke von Gerhard Marcks

  • Memorialgebäude für den königlichen Salinen- und Kurdirektor August Freytag

  • erbaut: 1896

  • Pagoden-Bedachung

  • Ehemals Chinesischer Pavillon genannt

  • Gedächtnisplakette des Tempels wurde bereits im 1. Weltkrieg eingeschmolzen

© Staatsbad Bad Oeynhausen / P. Hübbe
© Staatsbad Bad Oeynhausen / P. Hübbe

  • Diente als „Königliche Kurverwaltung“, ab 1980 als Haus des Gastes.

  • erbaut: 1903 

  • Kubischer Verwaltungsbau mit flachem Walmdach. Rustikaquader und fromales Renaissance-Dekor bestimmen die Fassade. Darüber umlaufende, neo-barocke Balustrade in der Dachzone.

  • Vorbild: das Petit Trianon, Lustschloss aus dem Park von Versailles

  • katholische St. Peter-und Paul-Kirche 

  • erbaut: 1871

  • Architekt Oberkirche: Friedrich August Stüler
    Architekt Unterkirche: Rainer Disse

  • Oberkirche: neugotisch 
    Unterkirche: Moderne

  • überstand die stürmischen Zeiten in der ersten Hälfte des 20. Jh. nahezu unbeschadet

  • Patrozinium: Apostel Petrus und Paulus

  • Diözese: Erzbistum Paderborn

© Staatsbad Bad Oeynhausen
© Staatsbad Bad Oeynhausen / P. Hübbe

  • erbaut: 1905–1908

  • Architekt: Vorentwurf Oberbauinspektor Beck; Überarbeitung: Hinckeldeyn / Delius; Ausführung: Landesbauinspektor Schrammen

  • Kurhaus im Stil einer französischen, neo-barocken Schlossanlage  

  • Funktion: Lesesaal, Bibliothek, Gesellschaftsräume, Tanz- und Ballsaal, Billardraum, Kaminzimmer

  • oktogonaler Pavillon mit Schmuckformen der griechischen Antike

  • erbaut: um 1860 

  • Architekt: Carl Ferdinand Busse

  • architektonische Anlehnung an den Turm der Winde im antiken Athen

  • Handverlegtes Bodenmosaik mit Delphinen, Tritonen und Hippokampen

  • Funktion: diente zum Ausschank der Heilquelle zu Trinkkur-Zwecken

© Staatsbad Bad Oeynhausen / P. Hübbe
© Ronald McDonald Haus Bad Oeynhausen

  • erbaut: 2001

  • Architekt: Frank O. Gehry

  • Gästezentrum im Stil des Dekonstruktivismus 

  • Mittelpunkt des Entwurfes: das „Y“ für „Yes – Ja zum Leben!“

  • Funktion: Familienzentrum für Angehörige schwer kranker Kinder

  • weltweit ist es das 324. Ronald McDonald Haus

  • erbaut: 1913–1915

  • Architekt: Oberbaurat Delius

  • Errichtet im Stil des Neo-Rokoko, inspiriert von Schloss Monrepos und Schloss Solitude

  • Wiedereröffnung des Kurtheaters 1955 nach dem Zweiten Weltkrieg und neunjähriger Besatzung

  • In den 1980er Jahren Verlegung des Theaterzugangs ins Souterrain und Anlage eines großzügigen Foyers (2020 umfassend renoviert)

© Staatsbad Bad Oeynhausen / P. Hübbe
© Staatsbad Bad Oeynhausen / P. Hübbe

  • erbaut: 1925–1926 

  • Trink- und Brunnenhalle im neoklassizistischer Baustil

  • Baustil ist Ausdruck der neuen, demokratischen Geisteshaltung mit dem bewussten Rückgriff auf die Architektur des klassischen Athens.

  • Funktion: Ausschank der Heilwässer zur Trinkkur, Kurorchester, Wandelgänge und Unterbringung von Einzelhandel

► Bauschmuck und sonstiges im Kurpark

© Staatsbad Bad Oeynhausen / P. Hübbe

  • Zeit: 1857

  • Stil: Klassizismus

  • Symbolik: Hygieia ist in der klassischen Mythologie die Göttin der Gesundheit. Sie wird zur Symbolfigur Bad Oeynhausens und wird im Relief flankiert von zwei Figurenpaaren, die die Begriffe Pflege und Unterhaltung darstellen. 

  • Wo: Frontgiebel des Badehauses I

  • Zeit: 1908

  • Stil: Neo-Barock

  • Symbolik: Athena zeugt als Göttin der Weisheit an der Fassade vom dahinterliegenden Lesesaal. Flankiert wird die Büste von zwei Vogelfiguren auf den seitlichen Pilastern. Die Eule auf schweren Büchern steht für die gehobene Literatur, der Papagei auf den Journalen für die Presse.

  • Wo: Östlicher Seiteneingang des Kurhauses

© Staatsbad Bad Oeynhausen / M. Scheer

  • Zeit: 1909

  • Stil: neobarocker Stil (später am Bau eingefügt) 

  • Symbolik: Quellnymphe im heiligen Hain. Wasser fließt in Badewanne, zwei Putten helfen einem dritten Putto in die Badewanne. Rollstuhl und Krücken stehen am linken Bildrand in der Uferzone.

  • Wo: Giebeldreieck am Badehaus II 

  • Zeit: 1885

  • Stil: pompejanischer Stil

  • Symbolik: Quellnymphe als Mischwesen zwischen Frau und Fisch im heiligen Quellenhain. Italienisches Spruchband mit Parole der Kurorte: ital. Qui si sana - dt. Hier heilt man.

  • Wo: In der Rotunde des Badehauses II

© Tourismus NRW e.V.
© Staatsbad Bad Oeynhausen / P. Hübbe

  • Zeit: 1908

  • Stil: orientalisierender Neo-Barock

  • Symbolik: Die Spinx wird als Bauschmuck am Eingangsportal des Kurhaus-Vorplatzes vor allem in ihrer Funktion als Wächter-Figur zu deuten sein.

  • Wo: Betonsockel an den Kurhaus-Terrassen; ursprünglich auf den Eingangspfeilern des historischen Kurhausplatzes.

  • Zeit: 1915

  • Stil: antikisierender Stil

  • Symbolik: Tragödienmasken des dionysischen Theaters des Antiken Griechenlands. Zeichnet das Gebäude als Schauspielhaus aus.

  • Wo: Attika-Zone des Theaters

© Staatsbad Bad Oeynhausen
© Staatsbad Bad Oeynhausen

  • Zeit: 1926

  • Stil: Neo-Klassizismus

  • Symbolik: Mutterfigur mit zwei Kindern, die das Urbild der Plege und des Kümmerns darstellt.

  • Wo: rechter Seitenflügel der Wandelhalle

  • Zeit: 1926

  • Stil: Neo-Klassizimus 

  • Symbolik: Männliche Figur, umgeben von Fischen und gelehnt auf Bottich mit Muschel vor der Scham. Sinnbild für das Wasser. 

  • Wo: linker Seitenflügel der Wandelhalle

© Staatsbad Bad Oeynhausen