PARKLICHTER AM FREITAG

Der 3. August wird laut, fröhlich und bunt. Mit SDP als Headliner und BAUSA stehen am ersten Tag des Parklichter Open Airs gleich zwei der derzeit angesagtesten deutschen Acts auf der Bühne. Zuvor heizen die ANTILOPEN GANG, WEEKEND, KAAS und WUNDERWELT vor der einmaligen Kulisse des Bad Oeynhausener Kurparks den Besuchern ein.

Impressionen vom Freitag:



DAS KONZERT 2018

SDP

SDPMan sollte meinen, wenn man bereits mit Den Ärzten verglichen wird, hätte man schon alles erreicht. Dazu sieben Studioalben, die Platin-Single „Ich will nur dass du weißt“, über 200 Millionen Views auf YouTube, unzählige Headliner-Slots auf allen großen Festivals und die letzte Tour mit knapp 60.000 Besuchern - was soll da für das sympathische Berliner Duo noch kommen?

Viel, viel mehr, denn Vincent und Dag sind und bleiben ein Phänomen in der deutschsprachigen Musiklandschaft. Die beiden Freunde denken nicht in Schubladen und lassen sich mit ihrem genreübergreifenden Kreativmix auch nicht in selbige stecken.

„Wir denken nicht von Album zu Album oder folgen einem Masterplan. Wir machen einfach seit 20 Jahren durchgängig Musik zusammen als Freunde. Das ist es.“

Losgelöst von allen Strukturen und Vorgaben machen die beiden als "die bekannteste unbekannte Band der Welt" was sie wollen, und das mit einem Erfolg, der so seinesgleichen sucht. Ihre Liveshows strotzen vor Energie, ausverkaufte Hallen und begeisterte Besucher sind der Dank.
www.sdp-online.de
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BAUSA

BAUSANewcomer in der Deutschrap-Szene gibt es viele – aber wenige hinterlassen einen solch gewaltigen Eindruck wie Bausa. Nicht nur wegen seiner Skills, sondern vor allem auch wegen seiner prägnanten und charakteristischen Stimme, die ihn von so ziemlich jedem anderen deutschen Rapper abhebt.

Seine 2014 erschienene EP „Seelenmanöver“ und seine Stimme verschafften ihm Vorschusslorbeeren, Songs mit Haftbefehl und Supportslots auf den ausverkauften Tourneen von RAF Camora & Bonez MC sowie Kontra K in 2016.

2017 dann der fulminante Alleingang: Im Frühjahr erscheint das heiß ersehnte Debütalbum „Dreifarbenhaus“, die neueste Single „Was du Liebe nennst“ chartet direkt auf #1 und bricht sämtliche Spotify-Streamingrekorde in Deutschland. Da ist die Nominierung zum New Music Award nur logische Konsequenz.

Auch live räumt Bausa ab. Mit einem Festival-Sommer, von dem so mancher Newcomer nur träumen kann: 14 Festivals inklusive Splash! Mainstage. Und mit einer ersten Headliner-Tour im Herbst, die noch vor Tourstart fast restlos ausverkauft ist. Alle wollen Baui.
www.bausashaus.de
Bausa bei Youtube

ANTILOPEN GANG

ANTILOPEN GANGDie Antilopen Gang besteht aus Koljah, Danger Dan und Panik Panzer. Im Gegensatz zu anderen Gangs beanspruchen sie kein bestimmtes Territorium, jedoch haben auch sie gangtypische Erkennungszeichen wie Tätowierungen, Sprachcodes und einen eigenen Humor. Und wie in jeder Gang sind all ihre Mitglieder Brüder. Panik Panzer und Danger Dan sogar leibliche.

Als die Antilopen Gang im November 2014 mit „Aversion“ ihren ersten Longplayer veröffentlichte, war das Trio nur einem kleinen Kreis gut informierter Underground-HipHop-Connaisseure bekannt. Doch das sollte sich bald dramatisch ändern: Charteinstieg und einstweilige Verfügungen, ausverkaufte Touren und Morddrohungen, Rock am Ring und Freital, VIA! Award, New Music Award und Amadeu Antonio Preis, Tagesschau und Kollaps.

Mit ihrem zweiten Album „Anarchie und Alltag“ gelang der Antilopen Gang 2017 ein sensationeller Einstieg von Null auf Eins in die deutschen Albumcharts. Nach einer turbulenten Tournee durch ausverkaufte Clubs und Hallen im Frühjahr sowie souverän geschlagenen Schlachten auf einigen der größten Open Airs des Landes kehrt die Gang im Winter aufgrund der großen Nachfrage noch einmal auf die Bühnen zurück. Mit einem wüsten Set aus Rüpelrap, Schrammelpunk, Poptiraden, Klaviereinlagen, Improvisationsjazz und ihrer grob-irrwitzigen Bühnenshow bespielte die Antilopen Gang 2017 dutzende Festival- und Konzertbühnen.
www.antilopengang.de
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WEEKEND

WEEKEND„Weekend ist back.“ Ein Satz aus der Deutschrap-Klischee-Floskelsammlung, der schlicht wahr ist, wenn sich Weekend nach zwei Jahren Albumabstinenz zurückmeldet. Aber auch ein Satz, den man sich eigentlich sparen sollte, denn mit Deutschrap-Klischees will Weekend genauso wenig zu tun haben, wie mit allen anderen Formen organisierten Stumpfsinns – und teilt auf „Keiner ist gestorben“ entsprechend aus. „Ich bin zurück und finde alles scheiße“, fasst der Wahl-Stuttgarter seinen derzeitigen Mindstate und Album Nummer vier zusammen. Und bleibt sich damit auf erfrischende Art und Weise treu.

Auch musikalisch schlägt Weekend in eine Kerbe, die er sich mit seinen vorhergehenden Alben selbst geschnitzt hat: Anstatt der aktuell vom Zeitgeist vorgeschriebenen Einheits-Soundästhetik nachzuhecheln, lässt es Weekend in Boombap-Rhythmik gehörig scheppern, ohne auch nur ansatzweise irgendwelche Retro-Gelüste zu bedienen.

2018 wird der blonde Sympath mit Sozialarbeiterhintergrund zur Feier des neuen Albums auch wieder live auf den Festivalbühnen des Landes zu sehen sein. Geliefert wird eine Präsentation davon, wie treffsicher Weekend seinen Unmut auf alles einprasseln lässt, was scheiße ist. Denn das kann nun wirklich niemand so gut wie er.
www.weekendmusik.de
Weekend bei Youtube

KAAS

KAASKaas ist ohne Zweifel eine der spannendsten Persönlichkeiten, die deutscher Rap je hervorgebracht hat. Ob solo oder als ein Viertel der Orsons, Kaas fällt im tendenziell konformistischen Game extrem auf: überbordende Kreativität, ansteckend positiver Mindstate, Fickfinger an Konventionen, ureigener Humor – und musikalisch immer eine Offenbarung weiter als der Rest. Neueste Inkarnation des Kaas-Movements: eine wunderschöne EP namens „Zucker“.

Und erneut zeigt sich: Kaas trägt nicht seine Attitude, sondern sein Herz auf der Zunge. Schon vor seiner letzten EP hatte Kaas die von TrueLyes produzierten Beats für „Zucker“ auf Dauerrotation in seinem Handy. „Ich hatte zunächst gar nicht die Absicht, damit was zu machen. Aber irgendwann war klar, dass ich damit was machen will.“ Die Form, die er schließlich wählte, ist natürlich eine, die erneut mit Klischees und Erwartungen bricht: Hier wird nicht um seiner selbst willen gespittet, hier geht’s um Gefühle, um Melodien, um Musik. Oder wie der Protagonist selbst mit einem Augenzwinkern feststellt: „Ich bin der deutsche Rihanna.“ Und die ist bekanntlich auch Zucker. Live gibt’s die süße Versuchung 2018 auf ausgewählten Festivals!
www.kaasmusik.de
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WUNDERWELT

WUNDERWELTAls sich die alte Band von Phillipp Sander und Klaus Hirdina aufgelöst hatte, war den beiden eigentlich schon längst klar, dass sie viel lieber unkonventionellere und elektronischere Musik machen würden. Klar war auch, dass sie dafür unbedingt eine Sängerin brauchen. Philipp denkt sofort an seine ehemalige Mitschülerin Melissa Rohrer, deren Auftritt im Schulmusical offenbar einen bleibenden Eindruck bei ihm hinterlassen hat. Als die drei sich treffen und Melissa loslegt, ist sofort alles klar.

Der erste Bandwettbewerb, der gleichzeitig auch der erste offizielle Gig als Wunderwelt war, wurde direkt gewonnen. Klaus Bruder Chris – seines Zeichens DJ und Synthie-Meister – verpasste der Band einen noch elektronischeren Sound. Mit „Freiheit = Gold (Hey Boy!)“ erschien am 28. Juli 2017 die erste musikalische Kostprobe von Wunderwelt über Sony Music. Achtung: Der Song lässt einen so eiskalt abblitzen, dass man gar nicht genug davon bekommen kann. Eine erste EP mit weiteren selbstgeschriebenen Songs folgt im Herbst.

Live sind Wunderwelt ein mitreißendes Energiebündel. Wer da nicht tanzt, hört nicht richtig. Die Band überzeugte bereits auf Festivals wie dem Modular Festival, Uferlos Festival oder dem Pfingst Open Air und baut sich eine stetig wachsende Fanbase auf, die mehr will als nur das übliche Pop-Geplänkel.
www.wunderwelt-music.de
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