Theaterjugendclub

sockit auf "Hexenspur"

In der Spielzeit 2016/17 beschäftigt sich der Theaterjugendclub „sockit“ des Theaters im Park diesmal mit dem Thema der Hexenverfolgung im Deutschland des ausgehenden Mittelalters. Als Vorlage dient der 15köpfigen Gruppe um Theaterpädagoge Daniel Scholz und Regieassistentin Kathrina Weitkamp das Stück HEXENSPUR von Günther Tiebel.

Während der Zeit der Hexenverfolgungen findet die umherziehende Barbara als Jungmagd in einer Weberfamilie ein Unterkommen. Ihre Kenntnisse in der Anwendung von Heilkräutern werden ihr aber bald zum Verhängnis, da vor allem der Weber als Schreiber im Gericht obrigkeitshörigen Eifer entwickelt. Er kann es auch nicht hinnehmen, dass sich sein Sohn Georg mit einer „Dahergelaufenen” anfreundet. So kommt Barbara vor den Hexenrichter, der in menschen- bzw. frauenverachtender Weise ganz im Sinne des „Hexenhammers” (der damaligen Hexenprozessordnung) aus Unschuldigen Hexen macht.

INSZENIERUNG Das etwa 90minütige Stück wird trotz seines ernsthaften Hintergrunds von einem warmherzigen Humor getragen, der sowohl die handelnden Figuren als auch die Szenendramaturgie äußerst vielschichtig macht und das intensive Spiel der Jugendlichen unterstützt. Wie immer bei den „Socken“, wie sich die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler mittlerweile liebevoll selber nennen, wird auch dieses Mal das ausgewählte Stück durch selbst entwickelte Szenen ergänzt und die Inszenierung durch eine intensive Beschäftigung mit verschiedenen ästehtischen Mitteln erweitert. Vor allem die Arbeit mit dem mittelalterlichen Phänomen des Bouffons gehört in diesem Jahr zum Kern der theaterpädagogischen Arbeit von Daniel Scholz. Diese groteske Randfigur einer nicht-adeligen Gesellschaftsschicht, die so etwas wie die Kehrseite des liebevoll-herzlichen Clowns darstellt (und zugleich sein stilistischer Vorgänger ist), diente den künstlerischen Kommentatoren der damaligen Zeit mit ihrer erfrischenden, mitunter aber auch schockierenden Direktheit und ihrem bissigen, unzensierten Humor als Sprachrohr für die Unterprivilegierten, als Zurschausteller täglich erlebter Unmoral.

Es wird spannend sein zu sehen, wie die Gruppe die verschiedenen Themen gewichten und inszenieren wird, die dem Phänomen der Hexenverfolgung bei näherer Betrachtung innewohnen: Emanzipation, Fremdenangst und Fremdenhass; Obrigkeitsdenken, Denunziation und Verfolgung scheinbar Andersgläubiger. Alleine diese Aufzählung zeigt, dass das scheinbar so ferne Mittelalter uns derzeit gar nicht mal so fremd erscheint.

"sockit" ist in den vergangenen Jahren zu einer starken Theatergruppe zusammengewachsen, die mit ihren Auftritten, Premieren und Bühnenaktionen das Kulturleben
in Bad Oeynhausen aktiv mitgestaltet.

Samstag, 10. Juni 2017
Theater im Park Bad Oeynhausen, 18.00 Uhr

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