Quellen

Auszug aus "Chronik der Stadt Bad Oeynhausen 1910-1972"

Die Heilwirkung von Bad Oeynhausen begründet sich in erster Linie auf seinen Thermalsolequellen. Sie haben bei ihrem Austritt aus der Erde mehr als 21° Wärme. Ihre Wirkung beruht weniger in ihrem Gehalt an Salz als in ihrem Reichtum an Kohlensäure. 

Thermalquelle I (Oeynhausen Sprudel)

Der Versuch des Oberbergrates Freiherr von Oeynhausen, in größeren Tiefen als bisher eine Solequelle zu finden, führte nach fünfzehnjähriger mühevoller Bohrung (1830-1845) in 696,4m Tiefe zur Erschließung einer Thermalquelle im Muschelkalk. Die Quelle liegt unmittelbar südlich des Badehauses IV. Nach Beendigung der Bohrarbeiten schüttete die Quelle 1.664l/min mit einer Temperatur von 33,13° C. Sie ist eine eisen- und kohlensäurehaltige 4%ige Thermalsole und wird zu Solebädern und Trinkkuren benutzt. 

Bohrloch II

Eine zweite, 1857 begonnene Bohrung in der Nähe des Ostkorsos und südlich der evangelischen Kirche musste infolge Gestängebruchs 1862 in 655m Tiefe abgebrochen werden. Die Quelle hatte eine Schüttung von nur 124l/min, ihre Temperatur betrug 24,2° C. Das Wasser, das reich an Kohlensäure war, wurde zum Badehaus I geleitet und dort zum Abkühlen der wärmeren Thermalsole aus dem Bohrloch I benutzt. Seit den dreißiger Jahren wird das Wasser aus dieser Quelle nicht mehr gebraucht. 

Bohrloch III

Mit der Erbohrung dieser Quelle, etwa 40m östlich vom Bohrloch I, wurde 1865 begonnen. 1869 mussten die Arbeiten wegen eines großen Gestängebruchs eingestellt werden. Das Bohrloch hatte eine Teufe von 627m, es schüttete 255l/min Thermalsole mit einer Temperatur von 27,5° C. Die Quelle versorgte viele Jahre hindurch das Bad mit Sole, wenn an der Quelle I gearbeitet wurde. Über dem Bohrloch wurde 1905 ein Maschinenhaus mit einem kleinen Turm errichtet. Es wurde 1955 abgebrochen. Die Quelle wird seit den dreißiger Jahren nicht mehr gebraucht. 

Thermalquelle IV (Kaiser-Wilhelm-Sprudel)

1896 wurde unmittelbar am Westkorso gegenüber der Einmündung der Weststraße die Bohrung IV angesetzt. Sie erreichte eine Tiefe von 684m. 1898 wurden die Arbeiten abgeschlossen. Die ursprünglich sehr reiche Schüttung von 1.600l/min verringerte sich im ersten Jahre sehr stark. Das Wasser hat eine Temperatur von 29,8° C. Über der Quelle erhob sich früher ein inzwischen abgerissenes Fachwerkhaus, dessen Giebel von der Bohrturmspitze gebildet wurde. Mit "Allerhöchster Genehmigung" erhielt die Quelle den Namen Kaiser-Wilhelm-Sprudel. Sie ist eine eisen- und kohlensäurehaltige 3,5%ige Thermalsole und der Quelle I sehr ähnlich.  

Thermalquelle V (Morsbach Sprudel)

Infolge des steigenden Besuchs des Bades wurde 1905/06 eine Neubohrung nötig. Das Bohrloch V befindet sich nahe dem Westkorso gegenüber der Johanniterstraße. In 714m erschloss es eine Thermalquelle von 33,5° C mit einer Schüttung von fast 1.900l/min. Das Wasser ist eine 4,3%ige eisen- und kohlensäurehaltige Thermalsole. 

Die Quelle wurde 1906 in Betrieb genommen. Zu Ehren des Badeverwaltungsdirektors, des Geheimen Oberbergrats Morsbach, unter dessen Leitung die Bohrung durchgeführt wurde, wurde die Quelle V Morsbach-Sprudel genannt. 

Das Bohrloch wurde nach einer Aufwältigung im Jahre 1944 auf 769m vertieft. 

1953 erhielt die Quelle eine Plexiglaskuppel als Abdeckung. Um die Kuppel schließt sich ein Eisengußring mit vier Bildgruppen aus der Geschichte des Bades und mit Angaben über die Quelle. 

Mit dem Morsbach Sprudel standen damals für die Bäder insgesamt 3.000l/min zur Verfügung. 

Thermalquelle VII (Alexander-von-Humboldt-Sprudel)

Am 4. Oktober 1972 wurde im Kurpark mit der Erbohrung einer neuen Quelle begonnen. Die Bohrung wurde bei 1.034m Tiefe im Juli 1973 abgeschlossen. Die Quelle liefert eine eisen- und kohlensäurehaltige Thermalsole von 36,8° C. Die Schüttung beträgt 200m³/h.