Brunnen

Auszug aus "Chronik der Stadt Bad Oeynhausen 1910-1972"

Historisch ist, dass im Jahre 1746 in Sültemeyers Wiese, dem Gebiet zwischen der heutigen Mindener Straße, der Heinrichstraße und der Königsstraße, eine Solequelle gefunden wurde, die dort zutage getreten war. Sie wurde 1751 in einer eingerammten Röhre gefaßt. Dies ist der Ursprung der Königlichen Saline Neusalzwerk, die auf Veranlassung Friedrichs des Großen angelegt wurde, um Kochsalz zu gewinnen. Von 1746 bis 1810 wurden auf der Suche nach neuen Salzquellen nördlich und südlich der Werre 25 Bohrungen niedergebracht. Eine von ihnen - die letzte, die noch bis 1962 bestand - war der Bülow Brunnen in den Sielanlagen.

Der Bülow Brunnen

Der Bülow Brunnen wurde 1806 abgeteuft (abteufen = ein Bohrloch niederbringen). Er erhielt 1810 während der französischen Besetzung Preußens zunächst den Namen König-Napoleon-Brunnen. 1818 wurde er nach dem Grafen von Bülow benannt, dem damaligen preußischen Finanzminister. Der Brunnen lieferte aus dem 79m tiefen Bohrloch eine 9% kalte eisen- und kohlensäurehaltige Sole. Sie diente früher in erster Linie der Salzgewinnung. Nach der Stillegung der Saline wurde das Wasser zu Kurzwecken verwandt.  

Die Kurdirektor-Dr.-Schmid-Quelle

Da die Schüttung des Bülow Brunnens nach dem zweiten Weltkrieg nicht mehr ausreichte, wurde 1960 eine neue Bohrung etwa 200m weiter westwärts niedergebracht, die in einer Tiefe von 184,4m fündig wurde. Der Brunnen heißt Kurdirektor-Dr.-Schmid-Quelle zum Gedächtnis an Dr. med. habil. Schmid, der von 1952 bis 1963 Kurdirektor des Staatsbades war. Der Brunnen liefert eine 8,3%ige eisen- und kohlensäurehaltige Sole von 12-14° C und ersetzt den Bülow Brunnen. 

Wittekind Brunnen I

Der Wittekind Brunnen I, die sog. Bittersalzquelle, befindet sich an der Platanenallee in der Nähe des Badehauses I. Er wurde im Jahre 1876 angeblich auf der Suche nach Süßwasser gefunden und erbohrt, die Teufe beträgt 6m. Der Wittekind Brunnen war einst die stärkste Calcium-Chlorid-Quelle der Erde. Zwischen 1939 und 1959 ging die Konzentration von 26g/kg auf 9g/kg zurück, und es änderte sich der hydrochemische Typ. Es entstand ein 0,9%iges Natrium-Calcium-Chlorid-Wasser. Es war wegen seiner Stoffwechselwirkung sehr beliebt. 

Heute wird der Wittekind Brunnen I nicht mehr genutzt und hat somit für den Kurbetrieb keine Bedeutung. 

Wittekind Brunnen II

Kennzeichnend für den Wittekind Brunnen II ist seine geringe Tiefe (circa 17m) und die daraus resultierenden Schwankungen der Zusammensetzung des Wassers. 

Im Zeitraum 1980 bis 1994 ist der Gehalt an freier Kohlensäure zunehmend, ohne bisher den Anteil von 1.000 mg/kg erreicht zu haben. 

Im Gegensatz zu den anderen Fassungen in Bad Oeynhausen erreicht der Eisengehalt ebenso nicht die qualitätsprägende Marke von 10 mg/kg. 

Das Wasser ist als "Natrium-Calcium-Chlorid-Wasser" zu bezeichnen.