Theater im Park

Das Theater im Park

Das architektonische Kleinod im Kurpark der Stadt feiert im Jahr 2015 seinen 100-jährigen Geburtstag. Für das Staatsbad auch weiterhin ein guter Grund, ein besonderes Theater-Programm aufzufächern, das anspruchsvoll und unterhaltsam zugleich ist. 

Die Unterhaltung der Badegäste gehörte schon seit der Entstehung Bad Oeynhausens zum festen Bestandteil des Kurlebens. Lustspiele, Possen und kleine Singspiele wurden seit Ende des 19. Jahrhunderts im Kurhaus von einem eigenen Ensemble aufgeführt. Nach der Errichtung des neuen Kurhauses wurde das alte Gebäude weiter als Theater genutzt. Die von Chronist Paul Baehr als „völlig unzureichend“ bezeichneten Bühnenverhältnisse besserten sich erst, als 1910 ein Brand diesen Bau vernichtete und ein neues Haus geplant wurde. Zunächst diente von 1910 bis 1914 ein Behelfsbau als Theater.

Im Berliner Ministerium für öffentliche Arbeiten betraute man den Geheimen Oberbaurat Delius mit dem Entwurf für ein neues Kurtheater. Im Spätsommer 1913 begannen die Arbeiten an dem Neubau, der als Residenztheater im Rokokostil in Anlehnung an das Schloss Monrepos bei Ludwigsburg entworfen wurde.

Das Gebäude entstand etwa am Platz des alten Kurhauses, wurde aber etwas höher liegend errichtet, um eine größere architektonische Wirkung zu erzielen. Das halbrund vorspringende Foyer mit eleganter Fassade verbirgt geschickt den breiten Block des Zuschauerraumes und den Baukörper des Bühnenhauses. Die Bauleitung trug der Regierungsbaumeister Nommensen, dem nach der Einberufung zum Kriegsdienst Baurat Quast folgte. Als örtlicher Bauleiter wirkte der Architekt Adolf Ott. Das auf dem neuesten Stand der damaligen Technik ausgestatte Theater weist eine architektonische Besonderheit auf: Das Foyer ist kleiner als bei anderen Theatern, da man davon ausging, dass nur im Sommer gespielt und während der Pausen bei geöffneten Türen die vorgelagerte Terrasse mit genutzt werde. Eine ausführliche Baubeschreibung des fast 380.000 Mark teuren Theaterbaus in einem Aufsatz von 1916 kann im Stadtarchiv Bad Oeynhausen nachgelesen werden, wo sich auch ältere Ansichten des Theaters befinden. Nach kriegsbedingten Verzögerungen konnte das neue „Königliche Kurtheater“ am 26. Mai 1915 mit der Aufführung von Lessings „Minna von Barnhelm“ feierlich eröffnet werden. Auch nachdem aus dem „Königlichen“ das „Preußische“ Kurtheater geworden war, bestritt ein eigens angestelltes Ensemble den Bühnenbetrieb. Mitte der 1920er Jahre war in Bad Oeynhausen ein Mann engagiert, der später noch viel von sich reden machen sollte: Theo Lingen. Seine Nebenrolle in einer Operette wurde ein so großer Lacherfolg beim Publikum, dass Lingen süchtig danach wurde und seine bekannte Karriere als Komiker begann.

Nach dem Tod des letzten eigenen Theaterintendanten schloss die Badeverwaltung Gastspielverträge mit größeren Häusern (Bielefeld, Osnabrück, Detmold). Am Kriegsende wurde auch das Theater von der englischen Besatzungsmacht beschlagnahmt und von den Briten für künstlerische Darbietungen und Vorträge genutzt. Bis zur Freigabe konnten im Theater nur vereinzelt Veranstaltungen für die Bad Oeynhausener Bevölkerung stattfinden. Im Februar 1955 erfolgte die Wiedereröffnung des Hauses, das vorher renoviert worden war. Der Spielvertrag mit dem Landestheater Detmold wurde wieder aufgenommen. Zahlreiche Prominente standen bei Gastspielen in den folgenden Jahrzehnten auf der Bühne des Theaters: Tilla Durieux, Dietmar Schönherr, Ilse Werner, Hardy Krüger, Will Quadflieg – eine Aufzählung, die sich lange fortsetzen ließe.

Umfassende Umbauten, wie die Verlegung des Eingangs in das Untergeschoss und der Einbau eines großzügigen Foyers, verschafften dem Kurtheater 1979/80 sein heutiges Aussehen. Die jüngste, denkmalgerechte Außenrenovierung sowie die stilgerechte Neugestaltung des Inneren machen das Theater im Park zu einem besonderen Veranstaltungsort, der heute zweifellos ein Juwel des Staatsbades ist.

Stadttheater Minden

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