Geschichte der Stadt

Ein kurzer Gang durch die Geschichte Bad Oeynhausens

Kalte Solevorkommen und warme Thermalquellen bilden die Grundlage vom Werden und Wachsen der Stadt Bad Oeynhausen. Mitte des 18. Jahrhunderts als Salzwerk gegründet, entwickelte sich die Anlage im Laufe des 19. Jahrhunderts zum größten Bad der preußischen Monarchie und schließlich zum kaiserzeitlichen „Weltbad“.

1745 erhält der preußische Staat Nachricht von einer austretenden Solequelle in der Bauernschaft Melbergen (Stadt Löhne). In den folgenden 15 Jahren fördert Preußen den Ausbau eines Salzwerkes bei der Ortschaft Rehme. Die Entwicklung zu einem Badeort verdankt die „Königliche Saline Neusalzwerk" dem Oberbergrat Carl von Oeynhausen, der 1830 damit beauftragt wurde, Steinsalzvorkommen in Neusalzwerk zu erbohren. Das Unternehmen erwies sich als Irrtum. Denn als man auf dem Gelände des heutigen Kurparks mit Bohrungen begann, stießen die Arbeiter 1839  anstatt auf Steinsalz, auf eine kohlensäurehaltige Thermalsolequelle. Schnell erkannte Carl von Oeynhausen die Möglichkeiten, mit denen sich diese Quelle für Heilzwecke nutzen ließ.

Er trug seine Pläne zur Anlage eines Bades dem preußischen König, Friedrich Wilhelm IV, vor, der sich fortan persönlich für die Förderung des Bades engagierte. 1848 benannte er zu Ehren des verdienten Oberbergrats die Badeanstalt  in „Königliches Bad Oeynhausen" um. 1860 wurde die Gemeinde zur Stadt erhoben.

Die Entwicklung, die Stadt und Bad noch im 19. Jahrhundert nahmen, war rasant. Der Kurpark wurde nach Plänen des bekannten, preußischen Gartenarchitekten, Peter Joseph Lenné, angelegt. Für den Bau des Badehauses I wurde Carl Ferdinand Busse, ein Schüler Schinkels, gewonnen. Die beiden Kirchen wurden nach Plänen von Friedrich August Stüler gefertigt. Um den Kurpark herum entstanden stilvolle Häuser eines gehobenen Bürgertums. Diese Logierhäuser und Villen aus der Zeit des Historismus, sowie die vielseitige Architektur des Kurparks brachten der Stadt die Bezeichnung als „Architekturmuseum des 19. Jahrhunderts"  ein und kennzeichnen heute den tief europäischen Charakter der hier verankerten Badetradition.

Mit der Beschlagnahmung der Stadt 1945 durch die Alliierten verstummte der Ruf des Weltbades. Bad Oeynhausen wurde Hauptquartier der Britischen Rheinarmee. Gebäude wurden beschlagnahmt, Einwohner evakuiert und durch Brände litt die historische Bausubstanz. Nach der Freigabe der Stadt 1954 wurde der Kurbetrieb wieder aufgenommen. Bis heute sind die Kliniken der Stadt - beispielsweise das Herz- und Diabetes Zentrum, die Gollwitzer-Meier-Klinik oder die Auguste-Viktoria-Klinik bis weit über die Grenzen Westfalens bekannt.

Durch eine 1973 durchgeführte Gebietsneuordnung schlossen sich die Stadt Bad Oeynhausen und sieben ehemals selbständige Gemeinden des Amtes Rehme zu einer neuen Kommune zusammen. In den letzten Jahrzehnten absolvierte die Stadt mit dem Bau des Energie-Forums Innovation, des Werreparks, neuen Hotels, Kliniken und der Bali-Therme den Aufbruch in das 21. Jahrhundert. Bis zur Übernahme durch die Stadt im Jahre 2004 war Bad Oeynhausen das einzige Staatsbad des Landes Nordrhein-Westfalen.

Eingebettet zwischen Ravensberger Hügelland und dem Wiehengebirge leben heute ca. 50.000 Einwohner in der Stadt und ihren Stadtteilen. Jedes Jahr besuchen rund 111.000 Menschen (rund 1 Million Übernachtungen) Bad Oeynhausen zu Kur- oder Urlaubsaufenthalten.